Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Qualitäts- und Transparenzinitiative zur Berufsunfähigkeitsversicherung untersucht das tatsächliche Leistungsverhalten der Versicherer.

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung lebt es sich sicherer als ohne. Dennoch erfüllen die aktuellen Tarife aufgrund fehlender klarer Leistungsbeschreibungen, sowie einer Fülle von unbestimmten Begriffen und unverbindlichen Formulierungen in den Vertragsbedingungen, oftmals nur die Funktion einer Klageoption. Denn: mit Versicherungsschutz kann man dann wenigstens um die Klauselauslegung streiten.

Erhebungsbogen an BU-Versicherer

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung steht aufgrund vielfältiger produktspezifischer Kernprobleme und der nur rund 25%igen Abdeckungsquote in der Bevölkerung aktuell im Fokus von Politik, Versicherungsvertrieb und Öffentlichkeit.

Die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen werben seit Jahren damit, dass trotz unverständlicher Versicherungsbedingungen insbesondere die individuelle Leistungspraxis kundenfreundlich sei.

Seit Jahren kursieren allerdings Aussagen, wonach die durchschnittliche Leistungsdauer gezahlter Berufsunfähigkeitsrenten im Branchenschnitt bei lediglich rund 2 Jahren läge. Um diesen Dissens aufzulösen und Transparenz zu schaffen, hat die PCD die Qualitäts- und Transparenzinitiative zur Berufsunfähigkeitsversicherung gestartet.

Im Rahmen der Initiative wurde ein detaillierter Erhebungsbogen mit 75 Fragen zum tatsächlichem Leistungsverhalten an alle relevanten Versicherer und den Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) verschickt.

Die Ergebnisse liegen vor

Details zu den ausgewerteten Ergebnissen finden Sie hier.

Aufeinander aufbauend liegt der Fokus der Fragen dabei neben der Anzahl, der durchschnittlichen Höhe und Leistungsdauer der anerkannten monatlichen Berufsunfähigkeitsrenten auch erstmalig in der differenzierten Betrachtung möglicher juristischer Eskalationsstufen innerhalb der Leistungsprüfung.

Außergerichtliche Vergleiche werden dabei genauso berücksichtigt, wie die einzelnen gerichtlichen Instanzen nebst Urteilen für oder gegen die Versicherten. Die Fragen beziehen sich jeweils auf die Kalenderjahre 2000 bis 2016.

Die Antworten sollen zunächst eine faire, objektive Beurteilung des tatsächlichen Leistungsverhalten der Versicherer ermöglichen und eventuell vorhandene Handlungsfelder für Gesetzgeber und Unternehmen identifizieren.

Die Ergebnisse wurden als Branchenergebnis am 28.03.2017 veröffentlicht.

Kernprobleme der Berufsunfähigkeitsversicherungen

Gesundheitsprüfung

Für medizinische Laien sind die Antragsfragen viel zu oberflächlich und unspezifiziert gehalten. Für Kunden und beratende Vermittler besteht dadurch das Risiko, die Relevanz von anzeigepflichtigen Krankheiten zu verkennen und diese bei Antragstellung nicht zu benennen. Hinzu kommt, dass bei gesetzlich Krankenversicherten keine Transparenz über die vom behandelten Arzt in der persönlichen Patientenakte vermerkten Diagnosen vorliegt. Falsch- oder Fehlangaben gehen im Leistungsfall immer zu Lasten der Versicherten.

Versicherungsumfang

Ratings suggerieren eine empfehlenswerte Produktwelt. Die Realität sieht jedoch leider anders aus. Unverständliche Leistungsbeschreibungen und eine Fülle von unbestimmten Begriffen und unverbindlichen Formulierungen in den Versicherungsbedingungen sorgen für ein hohes Streitpotential im Leistungsfall.

Leistungsfall

Nicht spezifizierte Mitwirkungs- und teilweise unerfüllbare Nachweispflichten für Versicherte sowie keine verifizierbare Transparenz zu dem tatsächlichen Leistungsverhalten der Versicherer geben keine Leistungssicherheit für Kunden.

Berufsunfähigkeitsver­sicherung in der Presse

In 2015 veröffentlichte das Handelsblatt einen Artikel über die Fülle von unbestimmten Begriffen und unverbindlichen Formulierungen. Artikel downloaden

Problemfall Berufsun-fähigkeitsversicherung

Fritz und die Berufsunfähigkeitsversicherung Unser Film veranschaulicht, wo unter anderem die Schwachstellen in den Versicherungsprodukten liegen.